Plastikfrei leben

Fröhliche (plastikfreie) Weihnachten!

von Katharina Trautvetter

Der Anblick von Nüssen, Tannenzapfen, Zimtstangen und Plätzchen lässt sofort Weihnachtsstimmung aufkommen. Sie sind darüber hinaus die perfekte Deko für Weihnachtsbaum oder Geschenke und kommen ganz ohne Kunststoff aus. Quelle: www.pixabay.com | Autor: congerdesign

Wie jedes Jahr wartet auf uns in der Weihnachtszeit nicht nur die Besinnlichkeit, sondern auch der Konsumwahnsinn. Und mit ihm Berge von Plastikmüll. Die landen irgendwann in der Umwelt und richten dort ungeahnte Schäden an. Bereits bei den Vorbereitungen für das Fest wird klar: Leicht ist es nicht, einen Bogen um Plastikverpackungen, Tesafilm, Lametta und Co. zu machen. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps zusammengetragen, wie man Plastik ganz einfach vom Weihnachtsfest verbannt.

Ist der Blick erstmal geschult, wird einem bewusst, wieviel Plastik wir vor allem in der Weihnachtszeit konsumieren. Es ist quasi überall: In Lichterketten, in Lametta, in manchen Christbaumkugeln, in den Krippenfiguren, in den Geschenkverpackungen, sogar in den Geschenken selbst. Die Liste lässt sich problemlos erweitern um die Verpackung der weihnachtlichen Süßigkeiten, die schon im Oktober in den Läden stehen, oder der Lebensmittel, die wir für das Festmahl an den Feiertagen kaufen. Respekt, wer da all diesen Verlockungen widersteht und die Zeit der Besinnlichkeit darauf verwendet, diese Quellen für Plastikmüll zu enttarnen – und sie zu vermeiden.

Eine schöne, plastikfreie Bescherung

Was wäre Weihnachten ohne Geschenke? Aufs Schenken muss keiner verzichten, auch wenn die Geschenke gerne selbst zu einem plastikfreien Leben inspirieren dürfen! Statt Plastikrasierer schaffen es ein Rasierhobel und Körperseife oder festes Shampoo ohne Plastikverpackung, eine Trinkflasche aus Glas oder Edelstahl und kunststofffreie Coffee-to-go-Becher unter den Weihnachtsbaum. Genauso ein schmackhafter Bio-Kaffee aus dem Unverpacktladen. 

Daneben gibt es viele klassische Geschenkideen, die seit jeher ohne Plastik auskommen. Ein Buch zum Beispiel, schicke Strickaccessoires aus (Baum-)Wolle und Gutscheine für einen Restaurant- oder einen Kinobesuch. Ganz oft gibt es auch für die meisten Geschenkideen ein plastikfreies Äquivalent. Man muss nur ein wenig suchen. Entscheidend ist am Ende nicht nur das Material der Geschenke, sondern auch, wo und wie wir sie erstehen. Wer sich plastikfreie Weihnachten vornimmt, sollte um Online-Shops möglichst einen Bogen machen. Beim Versand entstehen oft Unmengen an unnötiger (Plastik-)Verpackung. 

Spielzeug aus Holz ist zwar etwas teurer als das Pendant aus Plastik, sieht aber dafür schicker aus und ist meist robuster. Quelle: www.pixabay.com | Autor: Lars Plöner

Geschenkverpackungen ohne Plastik

Bei der Geschenkauswahl einen großen Bogen um Kunststoffe zu machen ist der erste Teil der Prüfung. Sie nun auch ganz ohne Plastik und vor allem ohne Tesafilm zu verpacken ist die Kür. Wer gerne bastelt, kann sich hier richtig austoben. Das Papier sollte natürlich frei von Kunststoffbeschichtungen sein. Besonders edel wirkt einfaches Packpapier, das nach Herzenslust verziert werden kann, zum Beispiel mit bunten Schnüren aus Stoffresten, kleinen Tannenzweigen und Anhängern aus Papier oder Holz. Schick sind auch Kombinationen aus Altpapierresten oder Zeitungspapier. Auch schöne Stoffreste eignen sich.

Zum Fixieren der Geschenkhülle nimmt man einfach kunststofffreie Schnüre. Selbst gemachte Klebebänder aus bunten Papierstreifen und umweltfreundlichem Kleber sind ein guter Ersatz für Tesafilm. Oder man heftet das Papier einfach direkt mit dem Kleber an. In Japan sind sogenannte Furoshiki-Tücher sehr beliebt. Das sind Stofftücher, die das Geschenk einwickeln und umhüllen und ganz ohne Tesafilm oder Geschenkband auskommen. Genauso gibt es Falttechniken für Papier- oder Kartonschachteln, bei denen bunte Stoffbänder nur noch zur Zierde benötigt werden. 

Aus natürlichen Materialen lassen sich wunderschöne Geschenkverpackungen zaubern, die fast zu schade sind, um sie einfach aufzureißen. Quelle: www.pexels.com | Autor: Lucie Liz

Natürlich schöner Christbaumschmuck

Bis ins 19. Jahrhundert wurde in manchen Regionen Deutschlands der Weihnachtsbaum auch Zuckerbaum genannt. Der Grund: Der traditionelle Baumschmuck bestand meistens aus Lebensmitteln wie Äpfeln, Nüssen, Gebäck und Süßigkeiten. Kombiniert mit Schmuck aus natürlichen Materialien, wie Figuren aus Holz, getrockneten Orangenscheiben, Zimtstangen, Papiersternen oder bemalten Tannenzapfen, entsteht so ein flottes Retrodesign wie zu Uromas Zeiten. 

Wer auf die mittlerweile obligatorischen Weihnachtskugeln nicht verzichten will, sollte beim Kauf darauf achten, dass sie nicht aus Kunststoff sind. Auch die Aufhängung sollte natürlich nicht aus Kunstfasern sein. Geeignet sind dünne Baumwollfäden oder Jutebänder für einen besonders rustikalen Look. Lametta allerdings gehört ganz aus dem Weihnachtsschmuckkästchen verbannt. Genauso die Lichterkette. Echte Wachskerzen bringen den Baum ebenso zum Leuchten und verbreiten eine plastikfreie, gemütliche Stimmung. Wer allgemein Wert auf Nachhaltigkeit legt, kann seinen Weihnachtsbaum sogar mieten. Das geht beispielsweise bei regionalen Forstbetrieben, Baumschulen oder über Online-Händler wie weihnachtsbaumfreunde.de. Der Baum wird samt Wurzelwerk geliefert, nach Weihnachten zurückversendet und wieder eingepflanzt.

Nicht nur am Weihnachtsbaum, auch auf dem Adventskranz und bei sonstigen Dekorationsvorhaben ist Schmuck aus Holz oder direkt aus der Natur besonders stimmungsvoll. Quelle: www.unsplash.com | Autor: Julian Hochgesang

Plastikfrei genießen

Jede Region, jede Familie hat ihre eigene Tradition, was am Heiligen Abend gespeist wird. Die einen essen ganz bescheiden Würstchen mit Kartoffelsalat, die anderen den klassischen Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen, die nächsten Karpfen Blau, bei wieder anderen hat sich auch in Deutschland das Schweizer Nationalgericht Fondue eingebürgert. Theoretisch sind all diese Lebensmittel von Natur aus plastikfrei. Doch der Blick in die Küche während der Zubereitung zeigt, dass sich sehr viele der Zutaten in ein Plastikgewand hüllen, wenn wir sie über unsere Türschwellen tragen.

Es gilt also schon beim Einkauf darauf zu achten, dass möglichst wenig Verpackungsmüll entsteht. Viele Supermärkte bieten inzwischen wieder vermehrt unverpacktes Obst und Gemüse an. Das sollte stets bevorzugt werden. Der Gang zur Theke oder gleich zum Metzger und Käsefachgeschäft spart zusätzlich Plastik, sofern man sich sein Gefäß für den Transport selbst mitbringt. Doch auch bei der Zubereitung begegnen einem viele Küchenhilfsmittel aus Plastik. Dabei gibt es hier fast immer eine nachhaltige Alternative. Statt Plastikkochlöffel, einen Holzlöffel verwenden, statt Rührgerät, einen Schneebesen aus Metall. So steht dem plastikfreien Genuss am Weihnachtsabend nichts im Wege.

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