Wasserradar

Dürrewarnungen bewegen die deutsche Medienlandschaft

von TapWater Digest

Trockene Böden nehmen schlecht Feuchtigkeit auf, was die Problematik verschärft. Quelle: www.pixabay.com | Autor: Luis Iranzo Navaroo-Olivares

Im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres wurde ganz Europa – und mit ihm auch Deutschland – von einer Wetteranomalie mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen und überdurchschnittlichen Temperaturen heimgesucht. Die Konsequenz waren Waldbrände, Ernteausfälle und die Angst davor, dass sich diese dramatische Hitzewelle in den Folgesommern wiederholt. Auch Anfang 2020 bewegt die deutsche Medienwelt die Frage, ob erneut eine Dürre droht. 

Der DWD warnt auf zeit.de

In ihrem Bericht beruft sich die Zeit auf eine Meldung vom Deutschen Wetterdienst (DWD): „Weil es in den vergangenen beiden Jahren deutlich weniger geregnet hat, litten die Böden in weiten Teilen das Landes ‚dramatisch‘ unter der Trockenheit, teilten die Meteorologinnen und Meteorologen des DWD mit. Der Wetterdienst berief sich dabei auf Daten des Dürremonitors des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).“ Zu den besonders betroffenen Regionen zählt die Zeit Bandenburg, Sachsen und Sachsenanhalt: „In diesen Bundesländern fiel in 2018 und 2019 nur rund zwei Drittel des üblichen Jahresniederschlages“, schreibt die Zeit. Auch der Osten Bayerns sei nach Angaben des DWD besonders gefährdet. „Helfen könnten mehrere überdurchschnittliche nasse Monate in Folge mit großflächigen und länger anhaltenden Niederschlägen, die die Böden nachhaltig durchfeuchten“, urteilt die Zeit.

Lokale Engpässe und erhöhte Waldbrandgefahr

In lokalen Medien wird schon jetzt von dramatischen Niedrigständen bei Grund- und Trinkwasserressourcen berichtet. So meldet die Main Post für Tauberbischofsheim, dass den Flüssen und Bächen in der Region das Wasser ausgeht: „Aufgrund der anhaltenden Trockenheit hat das Landratsamt Main-Tauber-Kreis die Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern per Allgemeinverfügung eingeschränkt. Dort hat sich laut Pressemitteilung im Laufe des Sommers in zahlreichen Gewässern ein deutlich unter dem normalen Mittelwasserstand liegender Wasserstand entwickelt.“ 

Der eigentümliche Zauber des Spessarts war Inspirationsquelle für zahlreiche Sagen und Märchen. Quelle: www.palmundenke.de | Autor: Fabian Birke

Wie wichtig aber gerade ein intakter Wald für den Erhalt unserer Grundwasserreserven ist, lesen Sie in unserem Artikel „Wasser und Wald im Klimawandel“.

Eine weitere Folge der anhaltenden Dürre: Die erhöhte Waldbrandgefahr. So warnt beispielsweise der Rundfunk Bayern Brandenburg auf seinem Online-Newsportal rbb24 schon jetzt vor einer höheren Waldbrandgefahr in Nord-Ost-Deutschland: „Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel befürchtet auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Waldbrände im Land. Im vergangenen Jahr gab es rund 500 Waldbrände, insgesamt waren etwa 1.700 Hektar betroffen, umgerechnet mehr als 2.000 Fußballfelder. ‚Das brauchen wir eigentlich nicht jedes Jahr, aber ich befürchte, das wird der Klimawandel mit sich bringen, darauf müssen wir uns einstellen`, sagte Engel dem rbb. Und diese Zahlen könnten in diesem Jahr sogar übertroffen werden, befürchtet Engel. Denn in diesem Winter ist bislang nicht die erhoffte Menge Regen gefallen.“

Keine Entwarnung auf Spektrum

„Die Dürregefahr ist noch nicht gebannt“, zitiert das Wissenschaftsmagazin Spektrum Andreas Marx vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, der den Dürremonitor betreut. Nach seinen Angaben, sei „(d)er Oberboden nach dem nassen Herbst zwar deutschlandweit wieder deutlich feuchter, aber weiter unten sehe es in den dürregeplagten Regionen nach wie vor schlecht aus. Anders formuliert: Die Wasserreserven sind alle aufgebraucht. (…) Zwar habe es in den vergangenen Jahrzehnten wie etwa im Jahr 1976 immer wieder Dürren gegeben, zwei Trockenjahre in Folge seien aber einzigartig und von den Klimamodellen so nicht vorhergesagt worden“, so Marx. „Ein Trockenjahr sei in der Regel auch kein Problem. Zwei, drei Dürrejahre in Folge hingegen schon“, heißt es weiter. Über die möglichen Folgen der Dürre verlässt sich Spektrum auf das Urteil von Marx: „Die Situation ist für den Wald insgesamt gefährlicher als für die Landwirtschaft.“

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